
Neulich bin ich auf eine Buchungsseite aka. Salespage gestoßen, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Eine Naturcoachin mit zehn Jahren Erfahrung bietet eine dreitägige Sinnesreise an der Alster an. 500 €, kleine Gruppe, Lagerfeuer, Natur pur. Eigentlich genau mein Ding.
Gebucht habe ich trotzdem nicht.
Und nein, es lag nicht am Preis.
Es war was ganz anders, dass mich hat zögern lassen, und ich kann (auch wenn ich keine Insights in die Analytics habe) sagen, das es anderen sicherlich auch so ging. Es gab Zeichen … Sechs um genau zu sein. Ich habe das Ding mal auseinandergenommen, und die Zeichen aufgeschrieben an denen ich merke, dass die Buchungsseite nicht konvertiert. Nach jedem Abschnitt steht ein konkreter Schritt, wie es besser geht.
Zeichen #1: Die Headline ist nichtssagend
Ganz oben auf deiner Buchungsseite steht in großen Buchstaben: „Finde zurück zu dir.“ Schön. Klingt … nett. Aber wo bin ich hier eigentlich gelandet? Bei einem Coaching? Einem Wellness-Wochenende? Oder einem Online-Kurs, bei dem ich mich erst mal durch zwölf Videos arbeiten darf, um mich selbst zu finden?
Ich scrolle weiter und erfahre irgendwann: Du bietest eine dreitägige Sinnesreise an der Alster an. Aha. Und was mache ich da? Ist das etwas für mich? Oder eher für Männer Anfang 20, die ein Wochenende im Freien Bier trinken wollen? Nichts gegen die Jungs. Ich möchte nur vorher wissen, ob ich meine Wanderschuhe oder einen Flaschenöffner einpacken soll.
Eigentlich bin ich an dieser Stelle schon weg. Meine berufliche Neugier hält mich noch auf deiner Seite. Deine Wunschkundin hat vermutlich gerade andere Dinge zu tun, als dein Angebot zu entschlüsseln.
Als Texterin sehe ich hier eine Überschrift, die schön klingt, mir aber keine Orientierung gibt. „Finde zurück zu dir“ kann über ziemlich vielen Angeboten stehen. Warum soll ich ausgerechnet bei deinem weiterlesen?
Fakt ist: Im ersten sichtbaren Bereich deiner Buchungsseite entscheide ich, ob ich mich näher damit beschäftige. Stell es dir wie eine zusammengeklappte Bild-Zeitung am Kiosk vor: Ich sehe die Headline und die wichtigsten Infos, bevor ich sie aufschlage. Wenn ich erst auf Seite sieben, verstehe, worum es geht, bleibt das Ding liegen.
So geht’s besser: Beantworte mit deiner Headline und der Unterzeile drei Fragen: Was bietest du an? Für wen ist es? Und was kann sich dadurch verändern? Zum Beispiel: „3 Tage Sinnesreise an der Alster – für Frauen, die im Alltag ständig für andere da sind und wieder spüren wollen, was ihnen selbst guttut.“ Darunter erklärst du kurz, wie du sie dabei begleitest und wann die Reise stattfindet. Natürlich passend zu deinem tatsächlichen Angebot. „Finde zurück zu dir“ darf bleiben, wenn dir der Satz wichtig ist. Nur bitte nicht als einzige Erklärung. Ich will eine Auszeit finden. Nicht erst erraten, was du verkaufst.
Zeichen #2: Du sprichst alle an – nur mich nicht …
Meine Nachbarin, mein Sohn, der Paketbote und ich könnten offenbar alle zusammen deine Sinnesreise buchen. Die Jungs mit dem Bier vom Anfang übrigens auch. Deine Beschreibung gibt das jedenfalls her: „Für alle, die sich mehr Leichtigkeit wünschen.“ Na dann. Wer wünscht sich die bitte nicht?
Ich verstehe den Gedanken dahinter. Du möchtest niemanden ausschließen. Deine Sinnesreise kann schließlich ganz unterschiedlichen Menschen guttun. Also lässt du lieber offen, für wen genau sie gedacht ist. Nur hilft mir das als Kundin leider kein Stück weiter.
Sitze ich am Lagerfeuer mit Frauen, denen es ähnlich geht wie mir? Oder lande ich in einer Gruppe, in der morgens erst mal 60 Minuten Me-Time und Gesichtsroutine anstehen, bevor der Strawberry-Matcha-Latte genossen werden kann? Während ich mit Kaffee in der Thermoskanne schon seit zwei Stunden bereit bin, den nächsten Gipfel zu erstürmen?
Beides darf sein. Ich möchte nur vorher wissen, worauf ich mich einlasse. Für 500 Ökken buche ich nicht einfach auf gut Glück und hoffe, dass es schon passen wird.
Als Texterin sehe ich hier eine Zielgruppenbeschreibung, die so weit gefasst ist, dass ich mich darin nicht wiederfinde. „Mehr Leichtigkeit“, sagt mir nichts darüber, welche Frauen du begleitest, was sie gerade beschäftigt und was sie bei dir suchen. Dabei entscheidet genau das mit darüber, ob ich denke: „Oh ja. Da bin ich richtig.“
Fakt ist: Du musst nicht jeden Menschen ansprechen, dem drei Tage draußen theoretisch guttun könnten. Du willst die erreichen, für die dein Angebot tatsächlich passt. Und dafür darfst du konkreter werden, ohne alle anderen schlechtzureden.
So geht’s besser: Beschreibe die Situation deiner Wunschkundin statt nur einen Wunsch, den die halbe Menschheit unterschreibt. Zum Beispiel: „Für Frauen, die im Alltag ständig für andere da sind und sich drei Tage wünschen, in denen sie nicht alles organisieren müssen.“ Ergänze, was sie bei dir erwartet: viel Austausch in der Gruppe oder Zeit für sich? Gemütliche Naturübungen oder längere Wanderungen? Und sag ruhig, was deine Reise nicht bietet. Etwa: „Wenn du sportliche Herausforderungen und ein durchgetaktetes Programm suchst, ist diese Reise nicht das Richtige für dich.“ Natürlich nur, wenn das deinem tatsächlichen Angebot entspricht. So kann ich einschätzen, ob meine Vorstellungen zu deinen passen. Du musst mir nicht versprechen, dass ich alle am Lagerfeuer lieben werde. Aber ich möchte wissen, ob wir ungefähr dieselbe Reise gebucht haben.
Zeichen #3: Du zählst Programmpunkte auf, statt mir zu zeigen, was sich für mich verändert
„3 Tage voller wertvoller Impulse, stimmungsvolle Lagerfeuer und anregende Gespräche im Grünen an der schönen Alster.“ Das klingt nett, aber das ist “Minimum Programm” für ein Programm, das als Sinnesreise betitelt wir.
Würdest du so viel Geld zahlen, um drei Tage am Lagerfeuer zu sitzen und zu quatschen? Ich nicht. Das geht daheim günstiger. Was mich eher überzeugt: das Gefühl, dazuzugehören, weiterzukommen und mit neuer Stärke und frischen Ideen nach Hause zu fahren. Denn Menschen buchen nicht nur ein Erlebnis. Sie hoffen auf die Veränderung, die damit möglich wird.
„Wertvolle Impulse“ lässt mich da ziemlich allein. Was für Impulse denn? Finde ich heraus, warum ich ständig für andere einspringe und meine eigenen Pläne wieder hinten runterfallen? Bekomme ich eine Idee, wie ich mir im Alltag Zeit für mich nehme, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben? Oder reden wir drei Tage darüber, dass frische Luft guttut? Weiß ich schon. Deshalb bin ich ja hier.
Als Kundin möchte ich mir vorstellen können, was ich von diesen drei Tagen mit nach Hause nehme. Nicht nur, wie schön es dort ist. Als Texterin sehe ich hier den Unterschied zwischen einer Programmbeschreibung und einem greifbaren Nutzen: Du erzählst mir, was wir machen. Aber noch nicht, wobei mir das hilft.
So geht’s besser: Frag dich bei jedem Programmpunkt: „Was bedeutet das konkret für meine Kundin?“ Aus „3 Tage voller Impulse“ wird zum Beispiel: „Du fährst mit einem klaren nächsten Schritt nach Hause – und mit Frauen an deiner Seite, die ihn mit dir gehen.“
Geh danach noch einen Schritt weiter: Was könnte dieser nächste Schritt sein? Vielleicht eine konkrete Möglichkeit, dir in einer vollen Woche eine Pause zu schaffen. Beschreibe das passend zu dem, was du tatsächlich mit deinen Teilnehmerinnen erarbeitest. Und versprich keine Freundschaften fürs Leben, wenn der Kontakt nach der Reise gar nicht Teil deines Angebots ist. Du brauchst keine riesige Verwandlung. Eine kleine, nachvollziehbare Veränderung sagt mir mehr als zehn „wertvolle Impulse“, unter denen ich mir nichts vorstellen kann.
Zeichen #4: Nur du findest dein Angebot gut? Echt jetzt? …
Auf deiner Buchungsseite erzählst du mir, wie wunderbar deine Sinnesreise ist. Wertvolle Impulse, neue Perspektiven, eine besondere Gemeinschaft. Klar. Ist ja auch dein Angebot. Du schreibst vermutlich nicht drüber: „War ganz okay, das Lagerfeuer ging ständig aus.“
Aber was sagen die Frauen, die schon dabei waren? Ich scrolle und suche. Keine Erfahrungsberichte. Keine Rückmeldung einer Teilnehmerin. Nur deine eigenen Worte darüber, wie gut mir diese drei Tage tun.
Jetzt muss ich dir das einfach glauben. Und bevor ich 500 € ausgebe, interessiert mich schon: Wie erleben andere deine Begleitung? Fühlen sie sich in der Gruppe wohl? Was nehmen sie mit nach Hause (außer einer Tasche voller Wäsche, die nach Lagerfeuer riecht?)
Als Kundin suche ich keine Garantie, dass bei mir alles genauso läuft. Ich will einen Eindruck davon bekommen, was andere tatsächlich erleben. Gerade die Stimme einer Frau, die vorher ähnliche Zweifel hat wie ich, kann mir bei meiner Entscheidung helfen.
Als Texterin sehe ich hier eine weitere verschenkte Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen. Du kannst noch so oft schreiben, dass deine Teilnehmerinnen sich gut aufgehoben fühlen. Wenn eine von ihnen selbst erzählt, woran sie das merkt, wird diese Aussage für mich greifbar.
So geht’s besser: Du brauchst unbedingt sog. Testimonials auf deiner Buchungsseite. Das sind Kundenbewertungen, die ganz klar Erfahrungen und Wins beschreiben. Frag bei ehemaligen Teilnehmerinnen nach. Nicht bloß: „Hat es dir gefallen?“ Sondern: „Was hat dich vor der Reise beschäftigt? Was hat dir währenddessen besonders geholfen? Was hat sich danach in deinem Alltag verändert?“ Bitte sie, möglichst konkret zu erzählen. Veröffentliche ihre Antworten nur mit Zustimmung, ebenso Namen und Fotos. Noch keine Sinnesreise veranstaltet? Dann sag das offen. Vielleicht gibt es passende Rückmeldungen aus deiner Coaching-Coaching-Gruppe. Du kannst sie klar als solche kennzeichnen. Eine ehrliche Einordnung hilft mir mehr als begeisterte Stimmen, bei denen niemand weiß, woher sie kommen.
Zeichen #5: Du überzeugst mit Abschlüssen statt mit Verständnis
Im nächsten Abschnitt deiner Buchungsseite lese ich: ÜBER DEN VERANSTALTER: „Ich bin seit zehn Jahren Naturcoach, habe Ausbildungen in …“ Okay … schön für dich, aber ist das ein Argument dafür, 500 Ökken auf den Tisch zu legen?
Nope … Menschen sind recht egoistische Tiere. Und so hart es klingt: Zu diesem Zeitpunkt kräht weder ein Hahn danach, noch juckt es ein Schwein, wie gut deine Abschlussnote war.
Deine zukünftigen Kundinnen suchen nach einem Beweis, der ihnen die Sicherheit gibt, dass du die Person bist, die sie versteht.
Sie suchen nach Sicherheit. Sie wollen wissen, dass du weißt, wie es sich anfühlt, nur noch zu funktionieren. Sie wollen wissen, wie du einen Weg da rausgefunden hast. Und vor allem wollen sie wissen: „Herrschaftszeiten! Was muss ich tun, um da hinzukommen?“
Versteh mich nicht falsch. Als Texterin sehe ich hier eine verschenkte Chance. Denn deine zehn Jahre Erfahrung sind Gold wert. Natürlich ist Fachwissen in deinem Bereich wichtig, nur eben nicht ganz oben auf deiner Buchungsseite. Viel wichtiger an dieser Stelle: deine Erfahrung mit dem Thema und deine persönliche Heldengeschichte.
So geht’s besser: Tausch den Lebenslauf gegen eine Geschichte, in der sich deine Wunschkundin wiedererkennt. Nicht deine komplette Lebensgeschichte. Sondern den Teil, der mit ihrer Situation zu tun hat: Kennst du dieses ständige Funktionieren selbst? Woran hast du damals gemerkt, dass sich etwas ändern muss? Was hat dir konkret geholfen, wieder auf deine Bedürfnisse zu hören? Und wie nutzt du diese Erfahrung heute in deiner Arbeit? Zeig diesen Weg mit echten Situationen statt mit „Ich weiß genau, wie du dich fühlst“. Danach schlägst du die Brücke zu deiner Sinnesreise: Wie begleitest du deine Teilnehmerinnen bei ihren ersten Schritten? So erfahre ich nicht nur, was du gelernt hast, sondern warum du meine Situation verstehst und wie du mich unterstützen kannst. Und falls du diesen Weg nicht selbst erlebt hast: Erfinde keine Heldengeschichte. Zeig anhand deiner Arbeit, wie du Menschen in dieser Situation begleitest.
Bonus: Zeichen #6: Ich hätte fast gebucht, wäre da nicht ein Problem gewesen
Ganz unten entdecke ich ein blassgraues Kästchen: „Absenden“. Was denn? Eine unverbindliche Anfrage? Meine verbindliche Buchung? Eine Brieftaube mit meinen Kontaktdaten?
Ok, Spaß bei Seite,
wenn eine Kundin bis runterscrollt, ist sie definitiv an dem Punkt angekommen, wo sie bereit wäre ein persönliches Gespräch zu Buchen. Pech halt, wenn sie erst mal herausfinden muss, wie sie überhaupt bei dir buchen kann. Und was mit meinem Klick passiert. Reserviere ich einen Platz? Kaufe ich direkt? Oder meldest du dich erst noch bei mir?
Als Texterin sehe ich hier eine unnötige Hürde auf den letzten Metern. Du machst dir die Mühe, mir dein Angebot schmackhaft zu machen. Und ausgerechnet dort, wo ich Ja sagen will, lässt du mich suchen.
Fakt ist: Ein sichtbarer Buchungsbutton ist keine aufdringliche Verkaufsmasche. Ich wünsche gerade Geld bei dir auszugeben. Du darfst mir ruhig zeigen, wo das geht. Und ja, ein Button nach jedem Abschnitt. Und zwar so sichtbar, dass er nicht zu übersehen ist. Und ja, es benötigt noch eine Anleitung was beim Klicken passiert.
So geht’s besser: Mach deine Buttons sichtbar. Mit lesbarer Schrift, deutlichem Kontrast und einer Beschriftung, die mir sagt, was passiert. „Platz auf der Sinnesreise buchen“, wenn ich direkt buche. „Unverbindlich einen Platz anfragen“, wenn es erst um eine Anfrage geht. Erkläre daneben kurz den nächsten Schritt, passend zu deinem tatsächlichen Ablauf. Auf einer langen Seite darf der Button an mehreren sinnvollen Stellen stehen, etwa nach den Angebotsdetails und den Erfahrungsberichten. Ich will schließlich eine Sinnesreise buchen. Keine Schnitzeljagd. Da kommt demnächst ein neuer Blogartikel, da erkläre, ich dir was eine sogenannte Microcopy ist, und warum diese nicht fehlen darf.
Die Lösung: Wie deine Buchungsseite überzeugt, ohne zu drängen
Die Sinnesreise an der Alster ist ein wunderbares Angebot. Sie hat nur eine Seite verdient, die das auch zeigt. Eine, bei der ich als Kundin denke: „Die meint mich. Da will ich hin.“
Vielleicht hast du dich in mehreren Zeichen wiedererkannt. Das ist kein Grund zur Panik, eher eine gute Nachricht. Denn dein Angebot ist nicht das Problem. Es braucht nur einen Weg zur Buchung, der seinen Wert sichtbar macht.
Eine Buchungsseite, die funktioniert, muss nicht laut sein. Sie braucht keine künstliche Verknappung und keinen Countdown, der alle zwei Tage neu startet. Sie braucht:
- Klarheit: Man versteht sofort, was du anbietest und für wen.
- Empathie: Deine Kundin fühlt sich gesehen, bevor sie etwas über dich erfährt.
- Vertrauen: Echte Stimmen, ehrliche Antworten und die Möglichkeit, vorher mit dir zu sprechen.
- Leichtigkeit: ein klarer Button, ein einfacher Weg zur Buchung, auch auf dem Handy, und ein herzliches Willkommen danach.
Das ist für mich faires Werbetexten: Menschen eine gute Entscheidung ermöglichen, statt sie zu einer Entscheidung zu drängen.
Lass uns deinen Buchungsweg gemeinsam aufbauen
Du planst einen Launch für deine Sinnesreise, dein Retreat oder dein Gruppenprogramm? Und du willst nicht nur eine Seite, die schön aussieht, sondern eine, bei der deine Wunschkundinnen spüren: Das ist die richtige Person für mich?
Als deine Launch-Copywriterin begleite ich dich durch den ganzen Weg:
- Content vorher, der deine Wunschkundinnen neugierig macht und Vertrauen aufbaut
- Deine Buchungsseite und die Einladung zum Erstgespräch
- Dein Onboarding nach der Buchung, damit sich deine Teilnehmerinnen vom ersten Moment an willkommen fühlen
- Die Technik: Ich pflege alles in deine Tools ein und sorge dafür, dass bis zum Start alles läuft
Du kannst dich auf das konzentrieren, was du am besten kannst: deine Arbeit mit Menschen.
