Was ich als Mutter, Copywriterin und im Ehrenamt bei UAR bewirken will

„Wir wollen zeigen, wer hier dahintersteckt. Überlegt euch doch mal, warum ihr hier bei Under A Rest.e.V. mitmacht und was ihr bewirken wollt. Das kommt dann auf die Webseite.“

Stille im Chat. Dann zögerliches Nicken und das ein oder andere Stirnrunzeln.

Das Warum ist einfach, das liest du weiter unten. Aber herrje, was will ich BEWIRKEN? Und wer bin ich eigentlich, und wenn ja, wie viele?

Ich bin ja nicht nur Ehrenamtliche bei UAR und kümmere mich dort um die Texte für den Social-Media-Auftritt, sondern ich habe noch zwei weitere wichtige Aspekte in meinem Leben. Ich bin Mutter (meine Kinder sind inzwischen ziemlich erwachsen, aber Muttersein beginnt bekanntlich nicht mit dem Mutterpass und endet nicht mit dem Auszug der Kinder, es dauert ein Leben lang) und Copywriterin mit eigenem, (wenn auch bisweilen etwas brotlosem) Business.

Bewirken. Komisches Wort. Laut Duden mittelhochdeutsch und ursprünglich dasselbe wie umfassen. Das machte mich nicht wirklich schlauer. Aber bei der Suche nach Synonymen wurde die Sache dann schon klarer.

Ich frage mich also nicht umständlich, was ich bewirken möchte, sondern gehe ins Detail. Was plane ich auszulösen? Was will ich entstehen lassen? Was soll mein Dasein für Folgen haben, auch über meine eigene Zeit hinaus? Also habe ich das Ganze einmal auseinandergenommen.

Als Mutter: Kinder, die den Mut haben, ihre eigene Lebensweise zu bestimmen

Ich habe als Kind gelernt, dass vor allem zählt, was sichtbar ist. Zeugnisse, Zertifikate, nachweisbare Leistung. Was in einem selbst steckt, an Fähigkeiten, an Gespür, an echtem Können, zählte oft weniger, wenn es nicht direkt Geld in die Kasse brachte. Blöd, wenn Frau – wie ich – als Träumerin und kreative Chaosprinzessin bezeichnet wird, die nachweislich nicht so wirklich das Talent hat, Leistung zu bringen. Was auch der Grund war, dass ich lange nur für mich selbst eingestanden bin oder auch im Entferntesten auf die Idee kam, eben genau diese Fähigkeit zu. (BTW: Das Genie überblickt das Chaos 😉)

Mit 23 habe ich mir gemeinsam mit meinem damaligen Partner ein Zuhause geschaffen, es mit Kindern gefüllt und nebenbei als Augenoptikerin gearbeitet. Ich habe Stoffwindeln gewickelt, gestillt und getragen, so lange es ging. Brei selbst gekocht. Familienausflüge mit der Rucksacktrage in die Berge gemacht, Museen besucht und jeden Nachmittag brav Kaffee bei den Schwiegereltern getrunken. Ich war glücklich. Sehr sogar. So glücklich, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass ich eigentlich bäuchlings in einer selbst geschaufelten Abhängigkeitsgüllepfütze lag, garniert mit ein paar Kompromiss💩stückchen, die ordentlich vor sich hin gärten.

Blick aus meinem Dachfenster, auf unser schlafendes Dorf.

Man muss kein Beziehungsexperte sein, um zu wissen, dass meine Idee von „und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage“ eines Tages explodieren, und uns der ganze Mist um die Ohren fliegen würde. Manche Stücke aus der Vergangenheit treffen uns heute noch.

Als Mutter möchte ich meine Kinder dazu anstiften, den Mut zu haben, ihre eigenen Umstände selbst zu bestimmen. Ich will damit bewirken, dass sie frühzeitig erkennen, wann es Zeit ist, selbst geschaffene Umstände zu verlassen, und wann es sich lohnt, zu kämpfen. Und ich will für sie der sichere Raum sein, in den sie gehen können, wenn um sie herum alles explodiert. Damit sie sich dort ausruhen und lernen können, ihr nächstes persönliches Armageddon zu verhindern. Sie sollen die starken Persönlichkeiten bleiben, die das Leben aus ihnen gemacht hat, und niemals das Gefühl haben, sich dauerhaft verbiegen zu müssen, um gemocht zu werden.

Beide meiner Kinder Zeichnen, sie drücken damit ihre Gefühle aus. Das ist ein Bild meiner Tochter. Momentan ist mein Sohn nicht bereit seine Werke zu teilen, und das ist OK so. Aber wenn sich das ändert, bekommt es hier seinen Platz.

Als Copywriterin: Möglichkeiten schaffen, dein Angebot zu verkaufen, ohne dass du dich den Rest des Monats von Fensterkit ernähren musst

Ich bin nicht nur Augenoptikerin, sondern auch gelernte Erzieherin. Später habe ich eine Weiterbildung zur Fachkraft für Naturpädagogik absolviert. Nun ja, vielleicht wäre jetzt der nächste logische Schritt, selbst ein Coaching-Business aufzubauen, und erwachsene Menschen beim Wachsen zu begleiten. Aber das würde mit dem kollidieren, was ich schaffen möchte. Als Freelance-Copywriterin will ich ein Business kreieren, das Menschen mit naturnahen Dienstleistungen ermöglicht, ihr Angebot sichtbar zu machen. Ohne sich dabei nächtelang (tagüber ist ja keine Zeit) mit Text und Technik herumärgern zu müssen, und ohne erst mal Tausende in Paid Ads zu investieren.

Technik und Text sind kein Hexenwerk

Auch wenn er aussieht wie aus einem Zauberbuch: Der Fliegenpilz ist nicht giftig, wenn du weißt wie du ihn dosierst, kein Hexenwerk. Genau wie die Balance zwischen Text und Technik hinter deinem Launch.

Alle Beratende und Coaches starten mit fundiertem Wissen über ihren Fachbereich in die Selbstständigkeit, aber viele starten, ohne sich sicher zu sein, wie sie ihr Angebot verkaufen. Sie wollen helfen, müssen aber logischerweise auch Umsatz machen und ihren Kurs auf den Markt bringen. Doch nicht selten scheitert das an der Umsetzung. Nicht an der Positionierung oder dem schreiberischen Können. Es hapert an der Unsicherheit, wie was wann und wo veröffentlicht werden muss, und am Technikfrust, der entsteht, wenn sie sich durch unzählige Tutorials wühlen müssen. Wer die ganze Technik und die Schreiberei selbst machen möchte und sich die Abläufe per Trial & Error aneignet, (während er im Businessaufbau steckt), haut sich ne Menge extra To-Dos auf die Platte. Da vollzeitliche Text- oder Technikfreelancer aber in der Regel für Einsteiger zu teuer sind (von etwas muss man ja leben), machen sie es dann doch selbst.

Und das ist genau der Grund, warum ich Fairgetextet gegründet habe. Ich spreche fließend Naturpädagogik, finde mich in neuen Programmen schnell zurecht und kann gleichzeitig Texte verfassen, die konvertieren. Meine Preise sind niedrig, ich erlaube, in Raten zu zahlen, oder ich zeige dir, wie du es selbst tun kannst. Ich will jemand sein, der sein Technik- und Textwissen nicht zurückhält, sondern es teilt. Ich will die Freude daran wecken, dass Frauen einander unterstützen, und Müttern ermöglichen, ihren Launch mit Leichtigkeit statt mit Druck zu machen, ohne sich dabei nächtelang selbst zu vergessen. Kein Business-Erfolg ist es wert, dafür die eigenen Bedürfnisse durchgehend hintenanzustellen.

Frei sein heißt: keine Kompromisse mehr

Selbstständigkeit abseits des Selbst und Ständig, bedeutet für mich Zeit für mich. Ich gönne mir regelmäßig Pausen und laufe mit dem Hund. Wann hast du zuletzt mal entspannt?

Ich möchte, dass das etwas angeschrumpelte Bild von „Ich kann mir keinen Freelance Copywriter leisten, ich mach’ das selbst“ verschwindet und stattdessen: „Ich kann mir in dem Bereich Hilfe holen, wo ich sie benötige.“ Ich möchte auch, dass die Menschen weg von diesem Gedanken kommen, dass man als Selbstständige(r) alles allein schaffen muss. Oder sich bei Fragen einfach mit einer KI behilft oder, noch schlimmer, alles bis zum Gehtnichtmehr mit KI-Agenten automatisiert und völlig die Kontrolle verliert. Niemand würde auf die Idee kommen, zu KI-en, wie eine Gehirnoperation funktioniert, um sie dann selbst durchzuführen. Selbstständige im Businessaufbau: „Hey, ich kauf’ mir ‘nen Minikurs und dann baue ich meinen Funnel für den Launch einfach selbst, kann doch nicht so schwer sein!“ Und wenn du das schon mal versucht hast, wirst du bemerkt haben, dass du damit Kompromisse eingehen musst, die nicht mit deinen Werten einhergehen. Hattest du nicht vor, deine Screen-Time zu minimieren und stattdessen wiedermal Yoga zu machen? Stattdessen hängst du am PC fest, weil die E‑Mail-Automationen plötzlich nicht mehr tun, was sie sollen (Grund unbekannt). Die Folge: Interessenten, die eigentlich fast bereit waren zu buchen, vergessen sich für dein Webinar einzutragen, weil sie die wichtige „letzte Erinnerung“-Mail nicht bekommen haben.

Ich will erreichen, dass du wieder den Kopf frei für deine Berufung hast, dass du keine Kompromisse eingehen musst, die du nicht willst. Dein Kopf soll frei sein, deine persönlichen Wünsche und Ziele. Schließlich war das ja einer der Gründe, warum du in die Selbstständigkeit gestartet bist, oder? Jeder soll die Chance bekommen, kompromisslos seiner eigenen Berufung nachzugehen, deshalb passe ich meine Preise an deine Möglichkeiten an.

Nieder mit der Verkaufsängst: Verkaufen geht ohne schmieriges Gedöns

Du kannst einen Kurs launchen, ohne Klinken zu putzen. Denn: Kaufinteresse darf in einem natürlichen Prozess entstehen, ähnlich wie du einer Freundin ein Shampoo empfiehlst, das du selbst benutzt. Alles, was du dafür brauchst, ist ein mit Formaten gefüllter Ablaufplan, der Menschen dort abholt, wo sie stehen, und den Impuls setzt, etwas verändern zu wollen. (Natürlich mit dir) Das geht ohne Manipulation, ohne Ängste zu schüren und ohne FOMO zu erzeugen.

Ich will ein Copywriting-Business führen, das ohne diese Druckmacherei funktioniert, und trotzdem für dich deine Wunschkunden anzieht, wie der Honig die Bienchen. Ich will jemand sein, dessen Texte Außenwirkung haben, aber trotzdem zu deiner Innenwirkung passen. Verkaufs-Content muss weder langweilig noch schnöselig sein, sondern darf zu dir passen und gleichzeitig Umsatz generieren.

Im Ehrenamt: Etwas Sinnvolles schaffen, und Texte schreiben, die unsichtbare Themen sichtbar machen

Ich bin seit 2026 ehrenamtlich bei Under A Rest e. V. im Social-Media-Team tätig. Das Warum ist einfach: Ich habe momentan viel Zeit und ich möchte das nicht mit Nichtstun verschwenden. Weil ich auf mein Beratungsgespräch zur beruflichen Reha warte und ALG‑1 beziehe, musste ich mein kleines Copywriting-Business aus rechtlichen Gründen pausieren. Und um dabei nicht völlig aus der Übung zu geraten, habe ich meine Dienstleistung ehrenamtlich angeboten.

Was will ich bewirken? Ganz klar: SICHTBARKEIT. Für den Verein, für Menschen mit ME/CFS und natürlich auch für mich. Ich will meine Fähigkeiten dafür einsetzen, dass ein Thema, das sonst kaum gehört wird, für eine Weile lauter wird.

Was ist mein Vermächtnis?

So in ner Burg wohnen, wie die im Hindergrund wäre auch cool.

Dieser Abschnitt ist mir schwergefallen. Ich habe nicht mal nen 5‑Jahres-Plan und zugegebenermaßen bin ich nicht bereit, mir Gedanken darüber zu machen, was passiert, wenn ich nicht mehr da bin. (Gibt schlechtes Chu-Chu) Deshalb stelle ich mir die Frage lieber anders: Was will ich der Welt hinterlassen, wenn meine Finger irgendwann zu müde sind, um noch zu tippen?

Einmal wird dieser Tag kommen. Und vielleicht lache ich dann darüber, wenn ich das hier von meinem Alterswohnsitz an der Küste Irlands aus lese. (Dahin kehre ich nämlich immer zurück, wenn ich mich von meinen Weltreisen ausruhen möchte.) Aber wer weiß, wohin es mich verschlägt. Und damit bin ich schon bei meinem ersten Vermächtnis: Ich möchte berufstätigen Eltern, die Wert auf Authentizität, Nachhaltigkeit, Weltoffenheit, Reisen, persönliche Weiterentwicklung, Familiensinn, offene Kommunikation und Naturverbundenheit legen, dabei helfen, automatisiert mehr Kursteilnehmer zu gewinnen. Meine Vision ist es, bis dahin so vielen Kindern wie möglich eine sorgenfreie Kindheit ohne Trauma und Vernachlässigung zu ermöglichen. WEIL SIE DICH GEFUNDEN HABEN.

Dann will ich noch etwas fertigstellen, das ich als Kind begonnen habe: die Geschichte eines Sommers. Eine Geschichte, die ich damals auf der elektrischen Schreibmaschine getippt habe. (50 Seiten und man kann es kaum noch lesen) Ich will es fertig haben, bevor die Tinte vollständig verblasst. Auch die Frameworks und Templates, die ich mir über die Jahre erarbeitet habe, sollen mich überdauern. Ich will, dass sie weiterhin Beratenden und Coaches dabei helfen, ihre Texte zu schreiben, auch dann noch, wenn ich selbst längst nicht mehr an der Tastatur sitze.

Und bei UAR wünsche ich mir, dass ich mit dazu beigetragen habe, Forschung, Politik und Krankenkassen so weit voranzubringen, dass Menschen mit ME/CFS endlich die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Dass unsere „Loud for the Silent“-Kampagnen mit dazu beigetragen haben, dass die Krankheit ihren Schrecken verliert, weil die Forschung so weit etabliert ist, dass sie behandelbar wird.

Und meine Kinder haben ihren eigenen Weg gefunden und leben ihr Leben nach ihren eigenen Maßstäben. Selbstverständlich kommen sie mich besuchen, und ich bin noch fit genug, um auch sie zu besuchen.

Was willst du bewirken? Hast du vielleicht sogar selbst schon einen Blogartikel darüber verfasst? Hinterlasse gerne einen Kommentar, 🙂 bin gespannt!

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